Automotive

Britische Raubkatzen am Polarkreis: In Nordschweden mit der Jaguar Ice Academy

Arvidsjaur, hoch im Norden von Schweden. Ein kleiner Ort mit winzigem Flughafen, der eigentlich mehr eine größere Scheune ist. Bei der Landung sieht man in alle Richtungen nichts als Schnee und ist beeindruckt von den Fähigkeiten des Piloten, den Vogel aus Stahl hier sicher zum Stehen zu bringen. Auch beim dritten Besuch hier am Polarkreis überrascht mich der Moment, in dem ich den Flieger verlasse. Die Kälte schlägt mir erbarmungslos entgegen und ich frage mich: Was mache ich hier bloß?

Die Antwort ist einfach: Spaß haben auf einem Level, das für einen Laien wie mich sonst wohl nirgends so erlebbar ist. Wir sprechen vom Autofahren. Dynamisch. Es geht darum, kontrolliert die Kontrolle zu verlieren. Das heißt: Driften am Limit, auf einem gefrorenen See bei -20°C.

Abseits der Straßen – die Jaguar Ice Academy

Jeder hat wohl hier und da schon versucht, absichtlich zu übersteuern. Doch das ohne wirklichen Plan und mit der Angst, etwas kaputt zu machen. Doch hier in Schweden in der Jaguar Land Rover Ice Academy ist das anders. Die öffentlichen Straßen haben wir längst verlassen und stehen mitten auf einem gefrorenen See.

Zwischen Dezember und April ist das Eis hier dick genug, um darauf zu fahren. Und so versammelt sich die Autoindustrie Jahr für Jahr im Winter irgendwo zwischen Arvidsjaur und Arjeplog, um diverse Testtracks auf den riesigen Seen anzulegen.

Herantasten an die Grenzen der Physik

Man fährt also nicht etwa auf Teer oder auf Schnee, sondern auf blankem Eis. Die Oberfläche wird aufgekratzt und manche der Autos tragen Spikes an den Reifen. Doch am Ende ist das hier fahren auf dem Eis – eigentlich der blanke Horror eines jeden Alltags-Autofahrers.

Doch hier freuen wir uns wie kleine Kinder, als wir mit unseren erfahrenen Instruktoren aus England und Belgien auf den See rausfahren. Wir sitzen zunächst im Jaguar F-Pace S, dem Allrad-SUV mit 380PS. Nach ein paar leichten Übungen wird das ESP komplett ausgeschaltet und wir dürfen testen, wie leicht so ein Auto ausbricht.

Mastering the Drift

Wir machen einen Zeitsprung zum letzten Tag der Jaguar Ice Academy. Nach vielen Übungen im F-Pace S und dem heckgetriebenen Jaguar F-Type S sitzen wir nun im mächtigen F-Type R AWD. Das bedeutet: 550PS, Allradantrieb und ein Sound, der ganz oben mitspielt in meiner persönlichen Rangliste.

 

Natürlich sind wir auch am dritten Tag auf dem Eis keine Vollprofis. Das zeigt uns spätestens die „Taxifahrt“ mit den Instruktoren am Ende. Noch immer landen wir selbst abseits der Strecke in einem Schneehaufen oder verschieben mit einer unabsichtlichen 360 Grad Drehung die Hütchen, die den Parkour markieren.

Doch zwischendurch, wenn wir mit 180 Km/h eine komplette Runde quer durch den Big Circle schlittern, während der V8 Kompressor einen Lärm veranstaltet, der selbst Orks in die Flucht schlagen würde, dann merken wir: Wir haben was gelernt. Und verdammt, wir hatten Spaß mit der Raubkatze auf Eis und Schnee!

 

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